Jeder Mensch hört anders

 

„Diese CD muss man einfach lieben. Der Titel, das Grün auf dem Cover, das handgemalte Herz vor der eMail-Adresse tragen dazu bei. Vor allem habe ich mich aber in das Wesentliche verliebt, die Musik. Acht hochspannende, instrumentale Kleinode mit Bass, Schlagzeug, Gitarre und Vibraphon, manchmal dezent angereichert durch elektronische Effekte. Postpop nennen die Hamburger das und man kann nicken. Persönlich würde ich eine Jamsession mit ihren Artgenossen Molto aus dem heimischen Leipzig vorschlagen. Das würde passen. Aber auch Contriva und Couch sind gleich um die Ecke. Warum gibt es eigentlich derzeit so verflucht viel gute Instrumentalmusik in unseren Breiten? Aber - warum eigentlich nicht?“
( Lars / Persona Non Grata )


„Sie lassen sich Zeit - sogar 45 Minuten bei acht Songs. Das Hamburger Quartett geht es mit ihrem instrumentalen Indie sehr ruhig an und spielt sich mit bohrenden Melodien durch das Album. Das klingt zwar ganz nett, ist aber doch sehr langatmig und vielleicht mehr was für Live zu hören.“
( Andreas / Trust )

 

Die Mitglieder der Hamburger FUO haben sich ihre Lorbeeren bei verschiedenen Hardcore-Combos verdient, machen aber mittlerweile Musik, die eher an JOAN OF ARC, KARATE oder JUNE OF 44, als an namhafte Vertreter des Hardcore-Genres, erinnert. Dies ist dem positiven Gesamtbild jedoch nicht abträglich, denn das Quartett schafft idyllische Klangwelten und erlaubt es dem gestressten Zuhörer auch mal die Seele baumeln zu lassen und eigene Assoziationen zu knüpfen. Dankbarer Zufall auch, dass sich mit DON'T MESS WITH TEXAS eine weitere Instrumentalband zum Vergleich anbietet und man muss doch bemerken, wie unterschiedlich beide Alben ausgefallen sind. FUO sind sicherlich jazziger und cleaner als die Slovenier, beide orientieren sich aber stark Richtung Wohlklänge. Wer also seinen geplagten Ohren mal eine Pause gönnen möchte und etwas Idylle gut gebrauchen kann, der sollte hier mal sein Glück versuchen. Das Album kommt als schönes Digipack, überzeugt durch grafische sowie akustische Profiarbeit und ist für entspannte Naturen eine dankbare Investition. (7)
( Thomas / with Love, the Underground )

 

Für "FUO" würde die Bezeichnung Post-Hardcore eigentlich wirklich mal zutreffen, da Dreiviertel der Band mal oder noch in diversen Hardcore-, Noisecore- oder Metal-Bands ("Zeroid", "Kochen mit Glas", "Confused", "Lowbot" …) gespielt hat. Allerdings klingen "FUO" eher nach einer leicht aktualisierten Version diverser Post-Rock-Bands der 1990er Jahre. Das mag an vorschnellen Assoziationen zu dem recht dominanten Vibraphon liegen, doch auch vom Tempo und vom am Jazz angelegten Schlagzeug her bleiben Verweise zu Bands wie "Tortoise", "Rain Like Sound Of Trains" oder "Hoover" hängen. Zu hören ist also schöne Instrumentalmusik für kalte Januarabende.

( Kerstin / Taz Nord)


Wenn man auf die glorreiche Idee kommt, im Internet nach dem Namen FUO zu googlen, stößt man unter anderem auf die Abkürzung für "Feinmechanik und Optik" und den medizinischen Ausdruck "fever of unknown origin". Ob der Auslöser bei Hannes, Natali, Christian und Martin ein Fieber ungeklärten Ursprungs war, von verschiedenen Hardcore- und Metal-Bands wie CONFUSED, LOWBOT oder ZEROID, auf den Pfad der seichten, verspielt instrumentalen Ambient-Musik zu wechseln, muss an dieser Stelle wohl Spekulation bleiben. Die Arrangements, teils fein ziseliert, aber dennoch nicht ohne Ecken und Kanten, präsentieren sich facettenreich, wobei das Vibraphon hier den größten Raum einnimmt. Die Hamburger nennen ihren Stil "PostPop" - ohne Zweifel eine angemessene musikalische Untermalung, um sich bei Hundewetter ins Bett zu legen und über warme Sommernächte zu sinnieren. Die CD, im ansprechend nett gestalteten Digipak, solltet ihr euch bei solch einer Wetterlage unbedingt zu Gemüte führen. (44:45) (8)

( Jenny Kracht /
OX # 73 )


Das Quartett aus Hamburg spielt Post-Pop mit viel Vibraphon. Viel Vibraphon! Das erinnert mitunter an die Weichspülerproduktionen, die in Kaufhäusern zum Shoppen animieren sollen. Die CD eignet sich daher zunächst einmal gut zu Tätigkeiten, bei denen man den Gedanken freien Lauf lassen kann: Geschirrspülen, Staub wischen, Fahrstuhl fahren ... you name it. Wer in diesen Phasen der Entspannung nicht völlig auf Standby-Modus schaltet, wird jedoch bemerken, dass die acht Stücke untergründig nicht gar so glatt sind, wie das Vibraphon es vorzutäuschen versucht. Unberechenbar wird hier durch Stile und Rhythmen gekurvt, mitten im Stück die Richtung gewechselt, quer durch Jazz- und Bluesversatzstücke, vorbei an Breakbeats, weiter zu emocorigen, schwermütigen Gitarrenläufen. Am Ende eines Stücks weiß man oft nicht mehr, wie es angefangen hat, und findet wahrscheinlich trotzdem alles schlüssig, was auf dem Weg dorthin passiert ist. Das erinnert im Ansatz stellenweise an die früheren Tortoise, ist aber weniger verkopft, klingt eher verspielt als vertrackt. Ein bisschen kitschig also, das Ganze, aber genau das Richtige für vom grauen Winterwetter strapazierte Seelen.
(aa/ Testcard #17)



Die Hamburger spielten vielleicht auch so etwas wie Post-Rock, aber dank dem Einsatz von unkonventionelleren Akzenten wie einem Xylophon oder einer Säge, die mit einem selbst gebastelten Bogen gespielt wurde, sodass die verrauchte Luft gefror, konnte ich mir zunächst keinen rechten Reim auf die Band machen. Und das war eigentlich schon mal ganz schön. Die Passagen, in denen auf instrumentale Experimente verzichtet wurde, dominierte sanftes Geplänkel, ein jazziges Schlagzeug und Lounge-Atmosphäre. Kein Gesang, keine verzerrten oder aggressiven Gitarrenüberfälle und mehr Ruhe als erwartet.
Der recht lange Auftritt gefiel mir besonders wegen der innovativen Instrumente und dem wahnsinnig genial arrangierten Schlagzeug, wohingegen die Saitenfraktion ihre Arbeit zwar gut aber nicht wirklich außergewöhnlich verrichtete. Der Atmosphäre tat das keinen Abbruch und auch wild tanzenden Metallfreunde, die mit Zeltplatz-Rufen den kleinen Raum des autonomen Zentrums stürmten, hatten sichtlich ihren Spaß.

(Burnyourears 10/07)


Fuo wird erst wenigen etwas sagen, eines steht allerdings schon fest: Der Preis für "Bester Albumtitel jemals" geht nach Hamburg (siehe unten). Musikalisch sind sie die instrumentalen Arcade Fire, vielleicht die Pop-Version von múm.
Aktuelles Album: Fuo - Shmuzzle
Fuo & Tschilp: Sa, 8.3.08 Schokoladen
Kinder, zieht ein hübsches Nicki unter den Anorak, diese Bands sind reizend.

(Sally*Scout, März 2008)

 

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